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Digitale Technik mit hohem Qualitätsanspruch

Trendbericht zur BEST OF EVENTS INTERNATIONAL 2017

Die BEST OF EVENTS INTERNATIONAL, internationale Fachmesse für Erlebnismarketing, gilt als Barometer und Spiegel der Event-Branche in Deutschland. Welche Trends lassen sich derzeit beobachten?  Veranstaltungen in Deutschland werden international immer beliebter. In der Medien- und Veranstaltungstechnik sind Qualität und Leistungsfähigkeit von Marken das entscheidende Auswahlkriterium. LED-/OLED-Technik, digitale Audionetzwerke und Laserprojektion gelten als boomende Geschäftsfelder. Holografie, digitale Dolmetscher oder Kollaborationstools entwickeln den Kongresssektor weiter.

Den aktuellen Status und die Dynamik des Marktes verdeutlicht das Meeting & EventBarometer, das jährlich den Kongress- und Eventbereich bewertet. Initiatoren sind der Europäische Verband der Veranstaltungs-Centren e.V. (EVVC), das GCB German Convention Bureau e.V. (GCB) und die Deutsche Zentrale für Tourismus e.V. (DZT). Gemäß der aktuellen Untersuchung, die im April 2016 vorgelegt wurde, zählten die deutschen Veranstaltungsstätten im Vorjahr insgesamt 393 Millionen Veranstaltungsteilnehmer, was einem Zuwachs von 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Besonders im Ausland wächst demnach die Bedeutung von Veranstaltungen in Deutschland: Die Zahl der internationalen Besucher stieg im Untersuchungszeitraum überproportional um 8,3 Prozent auf 27,7 Millionen. In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl ausländischer Veranstaltungsteilnehmer damit fast verdoppelt (2006: 14,3 Millionen).

„Die Bedeutung internationaler Messen und Kongresse steigt stetig an. Als wichtigstes Tagungs- und Kongressziel in Europa und weltweit bedeutendstes Messeziel ist Deutschland für diese Entwicklung bestens aufgestellt. 2015 sind allein die europäischen Reisen zu Tagungen und Kongressen in Deutschland erneut um acht Prozent gestiegen – eine deutliche Bestätigung für das hochwertige Angebot der deutschen Veranstaltungsbranche“, ordnet Petra Hedorfer, Vorstandsvorsitzende der DZT, die Ergebnisse der Studie ein.
Das deutsche Angebot ist trotz steigender Nachfrage aus dem In- und Ausland im letzten Jahr relativ stabil geblieben: 7.208 Veranstaltungszentren, Tagungshotels und Eventlocations mit jeweils mindestens 100 Sitzplätzen im größten Saal bedeuten einen moderaten Anstieg von 0,8 Prozent gegenüber 2014. Die Zahl der Events blieb mit 3,06 Millionen ebenfalls relativ konstant (plus 0,7 Prozent).

Mit Abstand wichtigste Veranstaltungstypen in Deutschland waren Kongresse, Tagungen und Seminare, die mit 52,1 Prozent einen Zuwachs von 2,5 Prozentpunkten aufweisen. Insgesamt ist die durchschnittliche Teilnehmerzahl leicht gestiegen.

46,9 Prozent der befragten Anbieter und 60 Prozent der Veranstalter schätzen die zukünftige Entwicklung des Veranstaltungsmarktes positiv ein. Fast alle – 91,3 Prozent der Anbieter und 89,6 Prozent der Veranstalter – gehen davon aus, dass die Entwicklung gleich bleibt oder besser wird.

Die Etats der Veranstaltungen in Deutschland sind auch weiter gestiegen. So weist die Studie auf eine Zunahme der großen Veranstalteretats von mehr als einer Million Euro hin. Sie machen 40 Prozent der gesamten Budgets aus (plus 13 Prozentpunkte). Noch deutlicher wird die Entwicklung im Langzeittrend: Verfügten 2006 noch knapp ein Viertel der Veranstalter über mehr als 500.000 Euro, sind es zehn Jahre später bereits 49 Prozent. Die kleinen Budgets bis 25.000 Euro hatten 2015 einen Anteil von 15 Prozent (plus fünf Prozentpunkte). Für das Jahr 2016 erwarten 26,7 Prozent der Veranstalter eine weitere Steigerung ihrer Mittel.

Veranstaltungsbranche als Wirtschaftsfaktor
Mittlerweile ist die Veranstaltungsbranche ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Deutschland. So haben Studien des Europäischen Instituts für TagungsWirtschaft (EITW) ermittelt, dass allein die Teilnehmer an Kongressen, Tagungen und Seminaren in Deutschland rund 300 Euro pro Tag ausgeben.

Wie sich das kommunal auswirkt, belegt eine neue Studie zur wirtschaftlichen Gesamtbedeutung des Veranstaltungsgeschäfts am Standort Berlin, die Kongresse und Messen als wichtige Konjunkturtreiber der Hauptstadt identifiziert. In einem Simulationsmodell haben die Experten der Investitionsbank Berlin (IBB) die Auswirkungen von großen Fachveranstaltungen und Messen auch auf die umliegende Wirtschaft berechnet. Laut Studie löst ein Euro Messe- und Veranstaltungsumsatz 5,10 Euro zusätzliche Kaufkraft in Berlin aus. In Dortmund ist es laut einer Studie des ifo-Institutes ähnlich.

Verstärkter Einsatz moderner Technologie hat Priorität
Für die deutsche Veranstaltungsbranche hat der verstärkte Einsatz moderner Technologien eine Top-Priorität. Das bestätigen 89,7 Prozent der internationalen Veranstalter und 83,9 Prozent der Anbieter in Deutschland. Wohin die Reise geht, zeigte die GfK-Studie „Medien- und Veranstaltungstechnik: Strukturen, Erwartungen und Trends“ auf. Befragt wurden Akteure aus allen Bereichen der Eventtechnik-Wirtschaft.

Die Studienergebnisse zeichnen das Bild einer innovationsgetriebenen und zuversichtlichen, heterogen aufgestellten Branche. Sie veranschaulichen zudem das hohe Qualitätsbewusstsein der Unternehmen: Demnach rangiert die Qualität und Leistungsfähigkeit ganz oben auf der Rangliste der wichtigsten Eigenschaften präferierter Marken. Dieses Kriterium wird von 88 Prozent der Befragten als sehr wichtig oder außerordentlich wichtig eingeschätzt und ist damit laut der Studie relevanter als Faktoren wie das Preis-/Leistungsverhältnis (63 Prozent), die Gewinnmarge (40 Prozent) oder die Verfügbarkeit von Sonderangeboten (13 Prozent).

In einer offenen Frage waren die Studienteilnehmer aufgefordert, ihre Einschätzung zu den wichtigsten digitalen Trends und Technologien zu geben, die den Markt aktuell beeinflussen. Am häufigsten wurde dabei die LED-/OLED-Technik genannt (20 Prozent), die die Beleuchtungstechnik in den vergangenen Jahren regelrecht revolutioniert hat und in immer mehr Produkten zum Einsatz kommt. Auf Platz zwei (12 Prozent) folgen digitale Audionetzwerke vor der Laserprojektion (5 Prozent) auf Platz drei.

Auch die Umsatzverteilung in der Branche wurde analysiert: Die Spanne unter den Veranstaltungstechnik-Dienstleistern, die Events technisch planen und ausstatten, reicht demnach von Kleinstbetrieben mit unter 50.000 Jahresumsatz bis hin zu Kapitalgesellschaften mit Erlösen von teilweise weit mehr als 50 Millionen Euro jährlich. Das Fundament der Branche bilden Unternehmen mit unter einer Million Euro Jahresumsatz, zu denen sich knapp zwei Drittel der Befragten zählen. Immerhin ein gutes Zehntel der Befragten gibt einen Umsatz von mehr als fünf Millionen Euro an.

Auch das Projekt „Future Meeting Space“ belegt die Bedeutung von Medien- und Veranstaltungstechnik. Das zu Jahresbeginn 2015 ins Leben gerufene Projekt von GCB und EVVC erforscht Trends, Innovationen und Entwicklungen in der Gesellschaft sowie deren potenziellen Einfluss auf die Veranstaltungsbranche. Auf dieser Basis werden Hinweise auf zukünftige Anforderungen an organisatorische, technologische und räumliche Kongress- und Tagungs-Infrastrukturen erarbeitet. Erste Ergebnisse des entstandenen Innovationskatalogs wurden 2016 präsentiert.

Von großem Einfluss werden in den nächsten Jahren demnach technologische Innovationen sein: Holografie, digitale Dolmetscher oder großformatige und intuitiv bedienbare Kollaborationstools ermöglichen die Kommunikation und Zusammenarbeit auch über weite Distanzen, schaffen virtuelle Räume und erweitern die erlebbare Realität. Sowohl im realen als auch im virtuellen Raum achten Teilnehmer von Veranstaltungen zudem künftig vermehrt auf Sicherheit.

Bei der neuen Generation von Tagungs- und Kongressteilnehmern gewinnen außerdem Sharing-Konzepte und die Individualisierung des Konsums an Bedeutung. Gleichzeitig wird angesichts eines steigenden Anteils älterer Menschen in Deutschland der Generationenaustausch immer wichtiger, um das vorhandene Wissen zu erhalten. Bei neuen Formaten zur Wissensvermittlung steht die nutzer- und themenspezifische Gestaltung im Vordergrund.
Im Bereich der Mobilität zeigt sich eine Zunahme alternativer Fortbewegungskonzepte und Transportmittel – dafür stehen etwa Carsharing und Mitfahrgelegenheiten, Elektromobilität auch im ÖPNV oder gar Drohnen. Darüber hinaus spielen bei der Infrastruktur von Veranstaltungen nachhaltige Materialien und Konzepte, der Ausbau des globalen Internetzugangs, innovative Zahlungssysteme und Einlasskontrollen künftig eine große Rolle.

Matthias Schultze, Geschäftsführer des GCB: „Um die hervorragende Position Deutschlands im internationalen Wettbewerb um Tagungen und Kongresse auch für die Zukunft zu stärken, ist es unabdingbar, sich ganz konkret mit den Trends und Entwicklungen zu befassen, die unsere Branche betreffen werden.“

Veranstaltungsorte und -ziele im Trend
Die Auswahl von nationalen und internationalen Veranstaltungsorten und -zielen markiert in der Regel auch Trends für die Allgemeinheit. Speziell die Eventplaner großer multinationaler Unternehmen beziehungsweise die von ihnen beauftragten Event-Agenturen mit ihren Location-Scouts sind kontinuierlich auf der Suche nach neuen, unverbrauchten Zielen oder Destinationen, die wieder modern werden. Begleitet wird diese Suche durch die Berücksichtigung von Veranstaltungszielen und praktischen Überlegungen. Zum Beispiel wählt die Automobilbranche in der Regel wetterstabile Veranstaltungsziele: warm und trocken oder vielleicht auch weiß und kalt – nur planbar muss es ein. Die Sieger von Motivationswettbewerben bevorzugen dagegen eher exotische Ziele, während Kongressveranstalter mit ihren teilweise vielen tausend Gästen die Logistik und Attraktivität internationaler Metropolen nutzen wollen.

Welche das sind, hat der Flug-Dienstleister Pro Sky bei Eventverantwortlichen aus der MICE-Branche (MICE steht für Meeting, Incentice, Congress und Event) erfragt und mit Vorjahresergebnissen verglichen. Dabei wählten die Teilnehmer Deutschland (von 68 auf 76 Prozent) und Berlin (52 Prozent) auf die Spitzenplätze. Spanien (von 48 auf 53) und Barcelona (40 Prozent) folgen auf Platz zwei. Mit 31 Prozent macht Italien bei den Ländern den dritten Platz frei für Österreich (34 Prozent). Bei den Metropolen steht Lissabon nun mit 30 Prozent vor dem Viertplatzierten Wien.

Rückschläge müssen die Schweiz und die Türkei einstecken. Beide Länder verloren jeweils elf Prozentpunkte und sind damit nur noch für zehn beziehungsweise elf Prozent der MICE-Profis interessant. Istanbul als Metropole erlebt ebenfalls einen Einbruch und fällt von ehemals 30 auf acht Prozent.

Bei der Frage nach den aktuellen Reisezielen können auch vergleichsweise teure Destinationen bei deutschen MICE-Profis punkten. Bestes Beispiel ist Skandinavien und dort ganz besonders Kopenhagen. Grün, innovativ und lebendig bietet Dänemarks Hauptstadt gute Rahmenbedingungen für einen Event. Ebenfalls nicht günstig, dafür aber durch seine Attraktionen interessant für Event-Verantwortliche: die USA mit New York als Zugpferd. Der Incentive-Klassiker feiert derzeit sein Comeback. Ebenfalls zurück auf der Agenda ist Südafrika mit seinem Gesamtpaket aus Kultur, Kulinarik, Natur und Exotik.

Mit Blick auf die Zukunft rücken laut Pro Sky Destination Report Länder wie  Aserbaidschan mit der Hauptstadt Baku in den Fokus. In der Karibik wird Kuba als nächster Incentive-Hotspot gehandelt. Neue Perspektiven bieten auch Destinationen, die bereits erfolgreich sind. So etwa das Baltikum, wo Tallin und Vilnius dem „Platzhirschen“ Riga den Rang ablaufen könnten. Darüber hinaus vermuten die Eventverantwortlichen, dass Island, die Vereinigten Arabischen Emirate und Slowenien an Bedeutung gewinnen werden.

 

 

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